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Ein Jahr Aktionsprogramm "Piraten: Bedrohung auf See"

Seeleuten konnte konkret geholfen werden - unterstützen Sie weiter einzelne Projekte!

Nach einem Jahr des verstärkten Engagements gegen Piraterie und für das Wohlergehen von Seeleuten, die davon betroffen sind, zieht die Deutsche Seemannsmission (DSM) ein Fazit des Aktionsprogramms "Piraten: Bedrohung auf See". Piraterie bleibt mindestens mittelfristig trotz massiven Polizei- und Militäreinsatzes eine ernsthafte Bedrohung für die an Bord arbeitenden und lebenden Menschen und für die weltweite Schifffahrt. Im Aktionszeitraum eines Jahres konnte mit fünf Schwerpunktmaßnahmen und dank praktischer und finanzieller Unterstützung vieler Förderer der Deutschen Seemannsmission konkret von Piraterie betroffenen Seeleuten geholfen werden:

Verstärkung der Seelsorge Die Mitarbeitenden der DSM haben sensibel die starken seelischen Beeinträchtigungen der von Piraterie betroffenen Crewmitglieder im Blick gehabt. Es kam zu intensiven und notwendigen Seelsorgegesprächen mit diesen Menschen. Eine große Rolle spielte dabei der Umgang mit Gefühlen wie Angst und Ohnmacht, auch in Anbetracht der Notwendigkeit einer professionellen Arbeitshaltung und der Piraterie-Prävention.

Ausweitung der Schulung in Krisenintervention Im weltweiten Verbund der christlichen Seemannsmissionen (ICMA) nahmen Mitarbeitende der Seemannsmission an Schulungen in Methoden der Krisenintervention teil. Aktuell wird in Deutschland ein Aufbaukurs vorbereitet.

Aufbau von lokalen Kompetenz-Netzwerken Durch das Aktionsprogramm und die verstärkte Öffentlichkeit für Auswirkungen der Piraterie auf Seeleute sind verschiedene andere maritime Organisationen auf die Deutsche Seemannsmission mit Kooperationsangeboten zugekommen. So bietet die Bundespolizei in Kooperation mit der Bundesmarine Schulungen für Sicherheitsoffiziere in Reedereien und auf Schiffen an, in denen ggf. auch über die Hilfsangebote der DSM informiert wird.

Politische Forderungen Auf verschiedenen internationalen Politik-Ebenen, von der Nationalen Maritimen Konferenzüber die zuständigen Bundesministerien bis zu Diplomaten in Anrainerstaaten gefährdeter Küstengewässer, hat die DSM die Durchsetzung des Rechts von Seeleuten auf Unversehrtheit an Leib und Seele eingefordert.

Lagebericht Piraterie In mehreren Lageberichten, Informationsveranstaltungen und Hunderten Briefkontakten konnte über die Situation der Seeleute und über die schlimmen Folgen für die von Piraterie betroffenen Menschen aufgeklärt werden. Das Interesse am Schicksal der betroffenen Schiffsmannschaften war unter Spendern, Förderern und Lesern des Newsletters groß. Gewählte Regierungen wurden kritisiert für Untätigkeit in der Prävention und Aktion gegen Piraterie.

Perspektiven Zukünftig setzt die Deutsche Seemannsmission für das Aktionsprogramm neue Prioritäten. Angesichts knapper Finanzmittel im DSM-Haushalt ist das Aktionsprogramm in der bisherigen Form allein durch zweckgebundene Spenden finanziert nicht mehr tragbar. Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit - Schwerpunkt des ersten Aktionszeitraums - werden aus diesen finanziellen Gründen zurücktreten müssen. Das Augenmerk wird auf die Umsetzung konkreter Projekte gelegt, die weiterhin mit Spenden unterstützt werden können.

Spendenkonto: Empfänger Deutsche Seemannsmission e.V., Bank für Sozialwirtschaft (BFS), Konto: 4409400, BLZ: 25120510, Verwendungszweck: "Piraten Bedrohung auf See".