Dem Chaos am nächsten

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DSM Cuxhaven

"Dem Chaos am nächsten"

Seemannsmission erinnert an schwierige Situation der Seeleute

Cuxhaven (epd). Mit einem Gottesdienst zum "Sonntag der Seefahrt" hat die Deutsche Seemannsmission in Cuxhaven auf die schwierige Situation der weltweit etwa 1,5 Millionen Seeleute auf Handelsschiffen aufmerksam gemacht. Sie seien im Zentrum der Globalisierung auf den Meeren unterwegs, sagte der Präsident der Deutschen Seemannsmission, Jürgen Bollmann, in der evangelischen St.-Petri-Kirche. "Sie spüren die Einschnitte als Erste und sind dem Chaos am nächsten."

So müssten die Seeleute es im Mittelmeer auf ihren Schiffen aushalten, über Rucksäcke von Flüchtlingskindern zu fahren: "Denen, die sie gehört haben, können sie nicht mehr helfen", sagte Bollmann. In Afrika müssten sie nicht selten abwarten, bis ihr Schiff einen neuen Auftrag bekomme. "Sie können dann nur an Land, wenn sie Schmiergeld zahlen, das sie nicht haben."

In Europa seien die meisten von ihnen weit weg von ihren Familien. Das Ent- und Beladen ihrer Schiffe sei dank moderner Technik erheblich beschleunigt worden. "Sie finden oft nur mit Mühe Zeit, vom Hafen aus Kontakt mit der Heimat aufzunehmen und sich mit dem Notwendigsten für den Alltag zu versorgen." Selten bleibe Zeit für ein Gespräch, das helfe, Gewalterfahrungen anzusprechen.

Die Menschen an Land begegneten selten den Leuten, die auf den Schiffen arbeiteten. "Doch indirekt begleiten sie unseren alltäglichen Einkauf", betonte Bollmann und fügte hinzu: "Die Seeleute bringen uns die Güter der Welt, auf die wir heute nicht verzichten wollen." Zur Deutschen Seemannsmission gehören 16 Stationen im Inland und weitere 16 im Ausland. Mit mehr als 800 Haupt- und Ehrenamtlichen leistet die Organisation auf Schiffen, in Clubs und in Heimen Seelsorge und Sozialarbeit für Seeleute aus aller Welt.

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