Seefahrer verdienen hohen Respekt

  • PDF
  • Drucken
  • E-Mail

DSM Cuxhaven

Seefahrer verdienen hohen Respekt

St.-Petri-Gemeinde und Seemannsmission Cuxhaven führen Gottesdienst rund um Seeleute und Seefahrt durch

Von Denice May

Vor 25 Jahren ist er zum ersten Mal eingeführt worden und mittlerweile zu einer festen Institution geworden: der „Sonntag der Seefahrt“. Um sich die Predigt von Werner Gerke, Seemannspastor der Landeskirche, und das Votum von Sven Hemme, Verdi-Gewerkschaftssekretär, anzuhören, versammelten so viele Zuhörer in der St.-Petri-Kirche, wie sie sonst nur an besonderen
Feiertagen vorzufinden sind.

cux sds 17

 

Voll besetzte Bänke, wie sie sonst nur an besonderen Feiertagen vorzufin- den sind: Viele Besucher nahmen am Seefahrer-Gottesdienst in der St.-Petri-Kirche teil. Foto: May

Zu Beginn des Gottesdienstes richtete Diakon Martin Struwe Grüße aus allen Teilen der Welt aus. „Ich habe zu vielen Schiffsbesatzungen E-Mail-Kontakt und sie schicken Grüße an die Kirchengemeinde und die Seemannsmission“, berichtete Diakon Struwe. Er führte nicht allein durch den Gottesdienst, sondern erhielt Unterstützung vom Shanty-Chor Cuxhaven, Rudolf Rothe, Schulleiter der Seefahrtschule Cuxhaven, Werner Gerke, Seemannspastor der Landeskirche und Sven Hemme, Verdi-Gewerkschaftssekretär. Letzterer ist als sogenannter ITF-Inspektor beauftragt.

Die ITF (Transportarbeiter Föderation) kümmert sich um die Belange von Transportarbeitern aus allen Bereichen. „Als ITF-Inspektor bin ich im Rahmen der sogenannten Billigflaggenkampagne unterwegs“, erklärte Sven Hemme. Die Bandbreite an Problemen, mit denen er dabei zu tun habe, sei vielfältig: „Häufig müssen wir uns um nicht oder fehlerhafte Lohnzahlungen, Rückführungen in die Heimat,
Kündigungen oder aber den Mangel an Proviant, Bekleidung, Diesel, kümmern.“ Auf der anderen Seite wird der Inspektor aber auch häufig mit Fällen zwischenmenschlicher Probleme konfrontiert. „Kein Wunder,  wenn man sich vor Augen führt, dass viele dieser Seeleute über Monate zusammenleben, essen und arbeiten.“

Und doch sei das Leben an Bord in den vergangenen Jahrzehnten einsamer geworden, erklärte Seemannspastor der Landeskirche, Werner Gerke, in seiner Predigt: „Die größten Containerschiffe von 400 Metern Länge werden von ungefähr 25 Leuten geführt. Zum Teil haben sie großzügige Gemeinschaftsräume. Die sehen aber oft so aus, als würde sich hier niemand aufhalten. Kein Freund kommt eben mal kurz vorbei, keine Verwandtschaft kann besucht werden, kein Gang um den Garten oder ins Café um die Ecke. Ein Seemann hat mal gesagt: Wir müssen in erster Linie uns selbst aushalten  können.“ Um so wichtiger sei es deshalb, wenn in Cuxhaven und an anderen Orten, Leute einfach zu Besuch an Bord kommen und ein Stück Leben von außen hereinbringen.
Gefahr bleibt

Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde an all die gedacht, die ihr Leben auf See gelassen haben.
„Trotz modernster Technik, ist die Seefahrt immer noch gefährlich“, sagte Rudolf Rothe.