Festmachen - Februar 2018

Festmachen - Februar 2018

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

Deuteronomium 30,14 (Lutherbibel)

festmachen 2017 02

„Applaus Applaus, für deine Worte, mein Herz geht auf...“ heißt es im Schlagertext. Ja, so ist das, Worte wirken und sind keineswegs Schall und Rauch. Man braucht nur einmal in die Augen eines Kindes zu schauen bei einem liebevollen Wort des Lobes und der Anerkennung.

Aber andersherum geht’s leider auch. In der sozialen Beratungstätigkeit der Diakonie gibt es die Erfahrung, dass Menschen Hilfe brauchen, weil sie sich belastet fühlen - durch Worte.

Manchmal fressen sich harte Worte, besonders solche des Hohns, der Beschuldigung, der Wut und Ablehnung oder Verachtung in das Leben von Menschen und „gehen unter die Haut“, bis zu so großer Bedeutung, dass sie Ursache einer Krank- heit werden können.

Worte unter Menschen sind wirkungsmächtig, Worte sind Taten. „Die Wörter sind Steine“, dichtet Carlo Levi.

In der Seelsorge der Seemannsmission kennen wir die beschwerende Situation von Seeleuten, die an Bord gehen mussten, obwohl zu Hause Probleme z. B. in der Familie, zwar angesprochen sind, aber noch nicht gelöst werden konnten. Da nagt es, bleibt kleben, gärt und treibt.

 Wie wir Worten Wirkungskraft zuschreiben, wissen wir auch aus der Erfahrung mit besonderen Formen des Sprechens in Worten. In höchster Not greifen nicht wenig Menschen zum Gebet, der intensiven Form des Anrufens Gottes. Der Philosoph Ernst Bloch, der auch ein jüdischer Denker war, hat ein- mal vor langer Zeit darauf hingewiesen, dass selbst der Duktus des Vaterunser anders sein kann, als er gemeinhin heute von uns gebetet wird. Die Zeilen „Dein Reich komme, ...“ Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“, hätten geradezu drängenden beschwörenden Charakter: Nun mach schon Gott! Man kann sich vorstellen, dass der Beter dabei mit erhobener Hand den Blick gen Himmel richtet.

Ein solcher engagierter Duktus ist wohl nicht denkbar, ohne eben die Annahme der Wirkungsmächtigkeit des Wortes im Gebet auch an Gott.

So will uns der biblische Text hier, als Teil unzähliger Erzählungen der Lebenserfahrungen von Menschen über die Jahrhunderte und Jahrtausende, hinweisen auf konkrete Gotteserfahrungen, auf einen Gott, der eben nicht „im Himmel“ oder “jenseits des Meeres“ ist, sondern uns anspricht, mit einer Sprache, die zu verstehen ist und die zu Herzen gehen kann.

Hier sind wir dem Wort auf der Spur.

Und wenn das eine Bibelwort gerade nicht zu dir spricht, blättere getrost eine andere Seite auf, bis sich dein Herz öffnet.

Rainer Tyrakowski-Freese, früher Leiter des Seemannsheimes in Alexandria, Ägypten
heute Vorstand der Tuwas Genossenschaft eG

 

 

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