Festmachen - September 2017

Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.

Lukas 13,30 (Lutherbibel)

festmachen 2017 09

Die Kernaussage der Losung ist im Original und als Redensart in abgewandelter Form so in die Alltagssprache eingeflossen, dass der theologische Bezug häufig nicht mehr bekannt sein dürfte.

„Letzter“ - „Erster“, wer denkt da nicht spontan an sportliche Wettkämpfe, beispielsweise - mal mit Freude, mal mit Schrecken - an die Bundesjugendspiele aus der eigenen Schulzeit. Aber auch im Profifußball könnte der Spruch passen: Absteiger aus der ersten Bundesliga - die Letzten - haben (hoffentlich) gute Chancen, in der zweiten Liga zu den Ersten zu gehören und Aufsteiger aus der zweiten Liga haben es häufig schwer, zu den vorderen Plätzen der ersten Liga vorzudringen.

Mit Blick auf einen Marathonlauf könnte man sagen: Wer sich zu Beginn des Laufes durch einen allzu schnellen Start verausgabt, wird mitunter Mühe haben, das Ziel in der angestrebten Zeit zu erreichen. Setzt er seine Kräfte gut verteilt ein, hat er oft gute Chancen, den Lauf erfolgreich zu absolvieren. Das Beispiel des Marathonlaufs wirft aber eine an- dere Frage auf: Muss ich denn wirklich Erster sein oder ist das Erreichen des persönlich "passenden" Ziels nicht viel wichtiger?

Übertragen auf den Beruf kann dies auch bedeuten, dass es viel wichtiger ist, den individuell richtigen "Karriereanker" gefunden zu haben anstatt in althergebrachten hierarchischen Strukturen nur "ganz nach oben" zu wollen. Welcher Zusammenhang lässt sich zwischen dem Monatsspruch und dem beruflichen Umfeld derSeeleute herstellen? Genau diese Frage stellte ich über eine Online-Befragung ca. 30 Studierenden des Internationalen Studiengangs Shipping & Chartering an der Hochschule Bremen. Interessanterwei- se wurde bei den Antworten der seeverkehrswirtschaftlich ausgebildeten jungen Frauen und Männer das Thema "Arbeitssicherheit" mehrfach genannt und es kann ja in der Tat überlebenswichtig sein, sich an Bord umsichtig und besonnen zu verhalten. Mehrfach wurde mit dem Spruch auch die Norm assoziiert, dass der Kapitän im Falle eines drohenden Untergangs als letzter das Schiff zu verlassen habe, während andere Antworten Bezüge zum Thema Solidarität unter Seeleuten herstellten.

Die hier skizzierten Gedanken zeigen, dass der Monatsspruch jenseits einer theologischen Auslegung sehr anregend für werteorientierte Reflektionen und Diskussionen sein kann. Und vielleicht sollten wir alle uns in der Hektik des Alltags gelegentlich an folgender Antwort aus der Befragung der Studieren- den orientieren: "Die schnelle Lösung muss nicht immer die beste sein. Wenn man Risiken außer Acht lässt, kann das schnell nach hinten losgehen und man wird vielleicht als erster am Ziel ankommen, aber dafür Qualität oder Moral (...) einbüßen".

Katharina Bretschneider
Seemannsdiakonin
DSM Lübeck


 

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