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In den Märchen unserer Kindheit ist das Gute und das Böse klar verteilt. Schneewittchen und die böse Stiefmutter, Sindbad und der übermächtige Riese. Am Ende hat Ali Baba die 40 Räuber be siegt und der böse Wolf ist im Brunnen versenkt. Auch in Filmen der Traumfabrik Hollywood ist alles klar: Wer aus dem Kino kommt, ist aufgewühlt vom actionreichen Finale, ergriffen von der rührenden Versöhnungsszene und erleichtert, dass alles gut ausging. Zugleich ahnt er, dass das eigene Leben anders ist, gut und böse weniger klar zu unterscheiden und ohne Garantie auf Happy End.
Als Christinnen und Christen glauben wir an den Retter der Welt. Nur der kommt nicht wie ein Hollywood-Held mit großem Getöse und Waffenarsenal. Er fegt noch nicht einmal durch die Stra ßenschluchten, um alle zu erlösen. Jesus Christus ist erniedrigt am Kreuz gestorben, am Ende selbst verzweifelt rufend: „Vater, Vater, warum hast du mich verlassen?". Doch mit dieser Hingabe hat er die Logik von Hass, Vergeltung, Vernichtung und die Spirale von Verachtung und Gewalt durchbrochen. Jesus tat das: Denen, die um die Ehebrecherin drohend den Kreis gezogen haben, denen ruft er zu: „Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein". Die, die verachtet, verlacht und ausgestoßen sind, lädt er zum Essen an seinen Tisch. Und er fordert: „Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin."
Gibt es ein Bild von Ihnen? Haben Sie sich schon einmal malen lassen? Strich für Strich auf's Papier gebracht? Und dann von Ihnen kritisch be äugt?
Ja, mit solch einem Bild ist man besonders kri tisch. Wirkt das Bild echt? Sind Sie es – mit dem, was Sie schön an sich finden, auch mit Ihren Schwächen, mit Ihrem Makel? Stellt das Bild das dar, was Sie von sich ausdrücken möchten? Füh len Sie sich verstanden, so wie Sie sich in Ihrem Bild gegenüberstehen?
Man lässt sich auf etwas ein, wenn man ein Bild von sich entstehen lässt. Es ist ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Darauf hat Gott sich ein gelassen, als er den Menschen nach seinem Bild schuf, wie die Bibel erzählt, als er den Menschen zu seinem Gegenüber erklärte, als er sich selbst erkannte im Menschen.
„Ja, das ist ein Bild von mir. Mann und Frau, so wie sie vor mir stehen. Diese beiden sagen etwas von mir. Diese beiden drücken aus, wer ich bin, wie ich denke und empfinde. Wenn ihr diese beiden anschaut, Mann und Frau, dann seht ihr durch sie hindurch mich selbst", so spricht Gott. Und zugleich ist er sehr kritisch mit ihnen, mehr als alles andere schmerzt es ihn, wenn sie nicht seinem Wesen und Willen und seinem Bild entsprechen. Sie müssen das Paradies verlassen. Er kann das Bild nicht mehr in seiner Nähe ertragen. Das Bild trägt Züge, die nicht so sind wie er.
Appell, Mission, Mahnung? Auch die Schöpfung wird eingebunden werden in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes – die uns als dem mit Verstand, Vernunft und Willensfreiheit ausgestattetem Teil der Schöpfung von Gott geschenkte Freiheit, die wir als glaubende Geschöpfe haben.
Freiheit aber ist Pflicht; ist Verantwortung, hat ihre Grenze immer in der Freiheit des Anderen. Die herrliche Freiheit der Kinder Gottes ist das Erstrebenswerte, das, woran auch die Schöpfung teilhaben wird. Es heißt nicht, dass die Schäpfung befreit wird, sondern „sie wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit". Knechtschaft ist Unfreiheit, heißt, fremden Verfügungsansprüchen genügen zu müssen. Meint Paulus unseren Verfügungsanspruch gegenüber der vergänglichen, weil so leicht zerstörbaren natürlichen Mitwelt? Appelliert er an uns, uns gegenüber unserer natür lichen Mitwelt so zu verhalten, dass wir ihrer Ver gänglichkeit Rechnung tragen und sie schützen? Nicht aus Sorge vor entfesselten Naturgewalten, mit denen die gepeinigte Natur „zurückschlägt", sondern aufgrund unserer Verantwortung als gläubige Christen? Bezieht sich unsere Verant wortung nicht „nur" auf die Freiheit des anderen Menschen, sondern auch auf die Freiheit der Natur? Ist das, was wir gemeinhin als Umweltschutz bezeichnen, eine uns von Gott gegebene Mahnung, eine Mission?
Zur Ruhe kommen. Das fällt mir oft schwer in dieser schnelllebigen Zeit voller Möglichkeiten, in der einem ständig suggeriert wird, dass man etwas verpasst, wenn man seine Zeit nicht möglichst effektiv plant. Kochen und dabei „eben mal schnell" die EMails checken, unter wegs aus dem Auto noch ein Telefonat erledigen, immer wieder versuche ich, zwei oder mehr Dinge zur selben Zeit zu tun. Manchmal komme ich dabei gut voran und schaffe es, viele Dinge meiner ToDoListe in kurzer Zeit abzuhaken. Doch die „gewonnene" Zeit wird zumeist nicht mit Ruhephasen, sondern mit neuen Aktivitäten angefüllt.
Ganz anders erzählt es der folgende Text: Ein For schungsreisender unternahm einmal einen Ge waltmarsch durch den Urwald am oberen Amazo nas. Zunächst kam die Expedition unerwartet schnell vorwärts.
Am dritten Morgen aber blieben alle Einheimischen mit ernsten Mienen auf den Fersen sitzen und machten keine Anstalten, auf zubrechen. Erstaunt fragte der Forscher ihren An führer, ob die Träger mehr Geld verlangten oder mit dem Essen nicht zufrieden seien. „Oh nein, mein Herr", antwortete der Sprecher, „wir können nicht weitergehen, weil unsere Seelen zurückgeblieben sind, und nun müssen wir warten, bis sie unsere Körper wieder eingeholt haben." (Eugen Rucker)
Dieser Vers für sich genommen erscheint mir fremd und an meinem wirklichen Leben vorbei gehend. Wenn ich mir jedoch den Zusammen hang anschaue, in dem er steht, so wird daraus eine ganz andere Nummer.
Christus ist im Garten Gethsemane. Er erlebt seine schwersten Stunden. Er hat Todesangst. Seine Lage ist bedrohlich. Was tun? Auf seine Jünger kann er sich nicht verlassen, denn sie schlafen ein. Er muss sich also alleine der Situation stel len.
Gott sei Dank, habe ich in meinem Leben noch keine lebensbedrohliche Situation gehabt. Ich kann nur versuchen, anhand von Erfahrungen, in denen es für mich sehr schwer wurde, nach zu vollziehen, wie es Christus ergangen sein muss, und was ihn bewegt haben könnte. Er bittet und betet, ob Gott ihm dieses grausame Schicksal am Kreuz nicht ersparen kann.
Genau wie viele andere Menschen auch, empfinde ich Prüfungssituationen als sehr belastend, ob es nun der Professor oder der Inspektor der Firma ist, deren Aufgabe es ist, mich oder euch zu (über) prüfen. Wie war unser Handeln und Lernen in der Vergangenheit? War es ausreichend? Oder falle ich durch? Da entsteht bei mir Stress, nicht so, wie bei Jesus in Gethsemane, aber für mich existenziell und lebensentscheidend. Wie kann ich nun damit umgehen?
Der Gott der Hoffnung: Da verbindet Paulus in seinem Brief an die Römer Gott mit der menschlichen Hoffnung auf die Zukunft. Hoffnung heißt, eine feste Erwartung zu besitzen. Wenn wir Men schen uns etwas wünschen, wächst die Hoffnung auf Erfüllung. Hoffnung macht uns stark, an eine gute Zukunft zu glauben und nicht unsicher zu werden.
Die Bundesregierung kann nicht auf das Wetter einwirken. Sturm, Nebel, hohe Wellen sind die Natur der Meere, sie gehören zur Seefahrt dazu. Diesen Herausforderungen zu trotzen, haben Seeleute gelernt. Die Unsicherheiten lauern an anderer Stelle. Die Lebens – und Arbeitsbedingungen an Bord haben in heutiger Zeit nichts mehr mit Seefahrerromantik zu tun. Die Reedereien stehen in einem harten Wettbewerb. Dieser hat Auswirkungen. Zeitdruck, kurze Aufenthalte in den Häfen, eingeschränkter Landgang auf den Fracht schiffen, national und kulturell bunt gemischte Mannschaften sind Folgen für die Reedereien. Ihren Seeleuten Hoffnung in gute soziale Bedingungen zu geben, ist deshalb unabdingbar.
Wenn man so etwas hört, will man’s nicht so recht glauben. Aber das braucht man auch nicht. Denn es geht wie meist im „Buch der Sprüche“ um eine Art Sprichwort. Sprichwörter verlangen keinen Glauben, sondern benennen eine Erfahrung und laden ein zum Hinsehen: Schau mal genau hin – so ist es doch!?
Wenn man den Satz auf Geld bezieht, sträubt sich bei uns wohl etwas. Da gibt es ja auch andere Sprichwörter: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“ Aber wenn es nicht um Geld geht, kennen wir diese Erfahrung durchaus. Man setze einfach einmal andere Worte ein. Da ist etwa die „Freundlichkeit“. Wer damit freigebig umgeht, bekommt immer mehr davon; wer daran spart, wird bald Mangel an ihr haben. Oder man denke an „Hilfsbereitschaft“. In jeder Gruppe, die zusammenarbeiten muss, in jedem Team gilt doch: Wer damit freigebig ist, wird sie vielfach zurückbekommen; wer daran spart, darf sich nicht wundern, wenn sie dann im richtigen Augenblick fehlt. Und man kann es mit weiterem versuchen: „Offenheit“ vielleicht. Und warum nicht - im richtigen Augenblick, wenn’s daran mangelt – mit Zigaretten oder Schokolade. Oder vielleicht sollte man es mal mit dem probieren, was so vielen Menschen so oft fehlt: der „Zeit“. Stimmt es da auch: Wer anderen davon abgibt, hat plötzlich mehr!?
Seit jeher bringen Seeleute ihren Lieben zuhause die Schätze dieser Welt mit – ganz früher von Reisen, die oft Jahre lang dauerten, auf Schiffen, die auf die Elemente angewiesen waren und enorme Härten bargen. Die Seefahrt ermöglichte erst die Jagd nach den Schätzen der Welt – die man oft auch den eigentlichen Besitzern nahm – den Handel und somit den Fortschritt. Heute er leben die Seeleute noch immer die Elemente, sind ihnen aber durch die Technik nicht mehr ganz hilflos ausgeliefert, durch moderne Kommunika tionseinrichtungen nicht mehr für Jahre vom zu hause gebliebenen Rest der Welt losgelöst. Doch noch immer ist die Heuer dessen, der ausfährt, Lebensgrundlage für die Familie daheim. Sie lebt also noch immer von den „Schätzen“, die der See fahrer aus der Welt bringt.
Für Seeleute sind oft die Angehörigen daheim der größte Schatz in seinem Herzen, die Freunde und das soziale Umfeld. In Deutschland ist man es gewohnt, die Liebe zur Sache groß zu schreiben. Es hilft sehr, eine Aufgabe, die Einsamkeit und Entbehrungen in sich trägt, mit Liebe zu betreiben. Wer den Job liebt, hat neben der Liebe zu seinen Nächsten einen weiteren Schatz in seinem Herzen. Wer sein Herz an die Karriere hängt, er wirtschaftet meist auch einen materiellen Schatz zugleich. Wenn nicht die Sache, sondern die Liebe der Schatz ist, kann auch ein Seefahrer diesen Schatz bei sich haben.
Samstag, 14. 00 Uhr. An Bord des Kirchenbootes „Johann Hinrich Wichern“ begrüßen wir Jannik mit seinen Eltern, Verwandten und Freunden. Jannik soll auf unserer kleinen schwimmenden Kirche getauft werden. Das ist etwas besonders Schönes, und ich mache es besonders gerne: Taufen - mit Wasser, noch dazu auf dem Wasser. Die Taufe ist ein Geschenk, etwas, das man sich nicht verdienen kann; Gott schenkt einem Menschen seine Liebe. Er sagt: Du bist gewollt und willkommen – ganz gleich, was du einmal leisten wirst. Und er verspricht: Du wirst niemals alleine sein – ich bin mit dir, wohin du auch gehst. Und wenn du meine Hilfe brauchst, dann bin ich für dich da.
Montag, 11.00 Uhr. Ich besuche Domingo, einen brasilianischen Seemann im Krankenhaus. Er ist beim Löschen der Ladung in den Laderaum gefallen und hat sich an der Wirbelsäule verletzt. Nun liegt er da in einem fremden Bett, in einer fremden Stadt, Ärzte und Pfleger reden zu ihm in einer fremden Sprache. Ich frage ihn, was er braucht – wir werden es für ihn beschaffen. Und einer aus unserer Station wird für ihn da sein, da für Sorge tragen, dass Domingo sich in der Fremde nicht verloren fühlt.
Vor einiger Zeit waren meine Frau und ich in einem Gottesdienst in der wunderschönen alten St. Mauritius Kirche in Reepsholt – Ostfriesland. Da wir aber nur fünf Gottesdienstbesucher waren, bat uns die Pastorin, nicht in den Kirchenbänken, sondern auf Stühlen im Altarraum Platz zu nehmen. Spontan fiel mir die oben genannte Bibelstelle aus Matthäus ein. In dieser kleinen Runde herrschte eine wunderbare andächtige Harmonie und Gemeinschaft.
Kurze Zeit danach waren wir in einem Gottesdienst in Lomé – Togo. Die dortige sehr große Kirche war überfüllt. Es war Leben und Bewegung im Gottesdienstraum, aber auch Andacht. Es war eine gesegnete Unruhe. Auch hier merkten wir – er war mitten unter uns.
Wir vertrauen in unseren Gottesdiensten auf die Gegenwart Jesu Christi. Wir beginnen alle Andachten und Gottesdienste immer mit den Worten: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Jesus ist immer da, wo wir in seinem Namen zusammen sitzen. Er ist in unserer Mitte, so wie er es uns versprochen hat. Er ist nicht da als stiller Beobachter, sondern er ist der Handelnde und Redende. Jesus ist uns gegenwärtig: Denn so hat er versprochen: „ Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Und im Hören und Beten gibt er uns, was wir zum Leben wirklich brauchen. Christus ist überall dort mitten unter uns, wo wir auf andere Menschen in Frieden zugehen.
Vor einiger Zeit waren meine Frau und ich in einem Gottesdienst in der wunderschönen alten St. Mauritius Kirche in Reepsholt – Ostfriesland. Da wir aber nur fünf Gottesdienstbesucher waren, bat uns die Pastorin, nicht in den Kirchenbänken, sondern auf Stühlen im Altarraum Platz zu nehmen. Spontan fiel mir die oben genannte Bibelstelle aus Matthäus ein. In dieser kleinen Runde herrschte eine wunderbare andächtige Harmonie und Gemeinschaft.
Ein alter Volksspruch lautet: „Vor Gericht und auf hoher See sind wir allein in Gottes Hand.“ Vor Gericht aber ermöglicht die Verhandlung dem Beklagten zumindest die Einflussnahme auf den Prozess. Die See dagegen lässt nicht mit sich verhandeln. Weder Argumente noch Geständnisse beeindrucken sie oder stimmen sie milde. Naturgewalten wie diese erinnern an die grenzenlose Macht dessen, der sie erschaffen hat. Vielen Seeleuten wird in gefährlichen Momenten die Endlichkeit ihres Lebens vor Augen geführt. Und kaum ein Mensch, der an Deck eines Schiffes seinen Blick hebt, kann sich dem Gefühl der Sehnsucht entziehen. Die ruhige und friedliche Weite des Horizontes lässt unsere eigene Unendlichkeit anklingen. In Ehrfurcht und Sehnsucht sind wir dann mit uns selbst allein – allein in Gottes Hand. In Gottes Hand – das kann zugleich tröstend und erschreckend klingen. Denn eng verbunden mit der Hoffnung auf Gottes Schutz ist die Sorge, nicht seinen Vorstellungen zu entsprechen: „Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?“ (Hiob 4,17)
Das Wort für den November, für den dunkelsten Herbstmonat auf der nördlichen Halbkugel. Grau, düster, unwirtlich sind die meisten Tage. Wort und Jahreszeit erinnern mich an Zeilen aus dem Gedicht „Herbsttag“ von Rainer Maria Rilke: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.“
Menschen haben eine Sehnsucht nach Geborgen heit, nach einem Zuhause, nach anderen, zu denen sie gehören und bei denen sie unbedingt willkommen sind. Im November empfinde ich das besonders: an einem kalten Novemberabend möchte ich im Warmen sitzen und bei freund lichen Mitmenschen.
Seeleute werden diese Sehnsucht nach Schutz und Geborgenheit ganz generell kennen: Lange sind sie fern von Familie und Heimat. Der Zwang zur optimalen Nutzung der Kapazitäten erhöht den Druck auf die Mitarbeitenden ständig. Und als Mensch kann man sich klein und verloren vorkommen zwischen den gewaltigen Industrie anlagen zu Wasser und im Hafen. Jedenfalls ging es mir so, als ich vor kurzem die Hafenanlagen in Bremerhaven besichtigte und mich plötzlich etwas erschreckt wiederfand zwischen den krakenhaften Transportfahrzeugen für die Container.
Seit zwei Generationen leben Kriegsverschleppte im Land zwischen Euphrat und Tigris. Es war eine politische Selbstüberschätzung der Vorfahren, die meinten, mit einer der Großmächte auch für sich selbst Macht und Einfluß gewinnen zu können, die sie in diese Lage gebracht haben. Gegen den Rat eines unabhängigen Beobachters hatten die Berater um den König entschieden: Mit Ägyp ten können auch wir groß werden. Sie hatten die falsche Seite gewählt.
Im Rückblick wurde deutlich, der Prophet Jesaja hatte mit seinem Rat Recht und sprach in Gottes Auftrag: In Umkehr und Gelassenheit werdet ihr gerettet; in der Ruhe und im Vertrauen liegt eure Stärke. ...und nicht in der Teilhabe am Krieg. (nach Jes. 30, 15f EÜ)
Wer zu spät versteht, den bestraft das Leben. Das erfahren die gefangenen Israeliten. Sie haben zwar vor Ort eine relative Freiheit und können arbeiten und leben. Doch es liegt eine tiefe Niedergeschlagenheit über den Menschen. Sie hoffen nicht mehr auf eine Rückkehr in das Land ihrer Vorfahren, sondern sie sind nah daran, ihre Religion und eigene Kultur aufzugeben und sich den Babyloniern ganz anzupassen. Da tritt ein junger Mann aus ihrer Mitte als Prophet Gottes auf: Tröstet mein Volk. Sprecht zu den Herzen der Menschen. Ihre Schuld ist bezahlt, sagt Gott. Eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim.
Das Motiv, der An- trieb für das, was wir „gesellschaftliches Engagement“ nennen, ist eine einfache Sache