| Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser!
Arbeit auf See - das weiß Jede/r - ist kein Zuckerschlecken. Die Anforderungen an die Seeleute haben sich deutlich vermehrt. Arbeitsbereiche sind durch die Technik zusammen geführt, das Fachwissen muss sehr breit gefächert und andererseits auch sehr spezialisiert sein.
Hinzu kommt die Anfälligkeit empfindlicher Systeme, die für Schiffssicherheit und auch die Ladung von großer Bedeutung sind. Aber auch die traditionellen Arbeiten wie Schiffspflege innen und außen, Sauberkeit in den Mannschaftsräumen oder Maschinenwartung stehen täglich an.
Die Reduzierung der Mannschaftssträken ist ein gewichtiger Teil der zusätzlichen Belastungen für Seeleute.
Dieses Bünden an vielfältigen Aufgaben wird für die Schiffsleitung noch verschärft durch gewachsene Verwaltungsaufgaben, die Erreichbarkeit aus den Reedereibüros auch auf See und die sehr unterschiedlichen Anforderungen der Hafenstaten bei der Klarierung. Unsere Mitabeitenden berichten davon, dass bei Bordbesuchen diese Themen oft als Erstes angesprochen werden.
Nicht zu vernachlässigen sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen bei schlechtem Wetter, sowohl unter Dich wie auch an Deck.
Das Titelfoto zeigt, welche schwere Arbeit das Nachziehen der Lashings bei schwerer See ist. Der Seemann kommt auch nicht zu der nötigen Ruhe, wenn das Schiff mehere Tage in schwerer See fährt.
Daraus entseht nach Monaten ein Gemisch aus blanker Routine und körperlicher und seelischer Ermüdung. Seeleute berichten selbst, dass sie an ihr Limit der Belastbarkeit kommen. Darüber und Vieles mehr berichtet Ulrich Welke kenntnisreich in seinem Beriecht. Es selbsst und Prof. Gerstenberger haben einige Jahre auf See recherchiert und die Ergebnisse in ihrem auschlussreichen Buch "Arbeit auf See" dargestellt.
Die Aufgabe, die sich aus diesem Wissen für die Seemannsmission stellt, hat Folkert Janssen in seiner Predigt umrissen.
Für micht bleibt es eine offene Frage, was geschehen muss, damit Menschen nicht bis an die Grenzen der Belastbarkeit beansprucht werden und sie dadurch in Gefahrt sind, ihr eignes menschliches Gesicht zu verlieren. Das gilt für Seeleute ebenson wie inzwischen für viele andere Beruftsgruppen.
Ich wünschen diesem Heft viel Aufmerksamkeit und freue mich über Reaktionen von Ihnen zu diesem akturellen Thema.
Herzlichst Ihr
Hero Feenders
Generalsekretär
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