Predigt in 3 Teilen

16. Warnemünder Sonntag der Seefahrt 14. 08. 2005

     Zurück
Amos 5, 21-24
Teilpredigt I
Bernd Schneider:

Für Seeleute ist Wasser ihr täglich Brot.
An Bord auf den Schiffen, die über die Wasser dieser Welt fahren leben und arbeiten Menschen aus Russland, Polen, China, Myanmar, Ghana, Ecuador, Deutschland, Griechenland, den Philippinen, Schweden, Finnland, Sri Lanka, Cap Verdische Insel, Estland, Rumänien, Marrokko, Indien, Estland, Korea, Chile Lettland, Litauen und vielen vielen Nationen mehr, die das täglich Brot für ihre Familie irgendwo auf dieser Welt und für sich verdienen.

Zugleich sind sie ein wichtiges Glied in der Kette, damit wir durch das Wasser unser täglich Brot auf den Tisch bekommen. Fast alles was wir für den Export produzieren geht über das Wasser mit Schiffen zu den Empfängern. Aus dem Erlös, woraus viele Menschen in unserm Land ihren Lohn erhalten, können wir uns die Nahrungsmittel aus Übersee wie Kaffee, Tee, Südfrüchte und Gebrauchgegenstände wie Autos, Stereoanlagen aber auch Werkzeuge wie Bohrmaschinen etc. erwerben. Alles wird von den Seeleuten aller Nationen zu uns über die Wasser gebracht.

Damit dies sicher gelingt, setzen Seeleute viel ein: Tolerantes Zusammenleben mit verschiedenen Nationen, Hautfarben und Religionen an Bord. Verzicht auf Selbstverständlichkeiten wie Theater, Kino, Rockkonzert, Gottesdienstbesuch, Freunde, Familie. Fast alle Seeleute, die wir von der Seemannsmission treffen (und in Rostock sind dies jährlich fast 15.000 Menschen) verrichten ihre Arbeit gern.
Auch darum flute ihnen für ihren wichtigen Dienst das Recht und die Gerechtigkeit wie Wasser eines nie versiegender Baches zu.

Teilpredigt II
Brigitte Nielsen:

Auch für die Fischersleute in Warnemünde, an der Küste unseres Bundeslandes, den anderen Küstenländern und überall ist Wasser täglich Brot:

Unter oftmals harten Arbeitsbedingungen sorgen sie dafür, dass alle Menschen die Früchte des Meeres auf den Tisch bekommen. Dabei ist es egal ob es nun die delikaten Gaumenkitzler wie Red Snapper sind oder den alltäglichen Hering, die Scholle und Flunder.
Fische als unser täglich Brot aus dem Wasser unterstützen gesunde Ernährung.

Bei der Arbeit sind Fischer dem Wetter ausgesetzt.
Das Risiko welches sie dabei für Leib und Leben einsetzen ist nicht immer gering.

Beide Berufsgruppen auf den Wassern treffen nicht immer die besten Lebens- und Arbeitsbedingungen an. Kabinen und Aufenthaltsräume befinden sich oftmals nicht im aller im besten Zustand.
Manchmal fehlt es an angemessener Arbeitskleidung welche den verschiedenen Klimazonen entsprechen.
Die Heuer entspricht auch nicht immer den vorher verabredeten Bedingungen.

Es gibt immer noch einige, die glauben, die See sei ein rechtsfreier Raum:
Gerade dann gilt, dass Menschen, die auf unterschiedlicher Weise ihr täglich Brot auf dem Wasser bestreiten, dass Recht und die Gerechtigkeit wie Wasser eines nie versiegenden Baches fließe.
Auch Ihnen steht dies um Gottes Willen zu.

Teilpredigt III
Folkert J. Janssen:

Das Haus zu verlassen und zu betreten, wann wir wollen, und denen darüber Auskunft geben, die es wissen sollen...
Dort hin zu reisen wo es uns gefällt und es uns möglichst auch leisten können.
Unseren Interessen nachgehen, wann immer wir dafür Zeit finden.
Freizügigkeit kann all dies genannt werden.
Ein Menschenrecht, welches wohl in jedem Gemeinwesen zur Wirkung kommt, welches die Freiheit eines jeden Menschen als Selbstverständlichkeit versteht um damit sich selbst auch zu legitimieren.
Freizügigkeit scheint mir das tägliches Brot des friedlichen Miteinanders zu sein.

Seeleute haben es schwer jedenfalls einen kleinen Bissen von diesem täglichen Brot zu bekommen, weil ihnen Freizügigkeit nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt wird, die außerordentlich schwer mit dem vereinbar sind, was die Menschenrechte bedeuten. Freizügigkeit ist ein wichtiger Aspekt von Würde.

Gerade sie, die, wie wir gerade hörten, auf unterschiedliche Weise eine Menge leisten auch in Beziehung dessen was Wasser für uns als unser täglich Brot bedeutet , sollte besonders unter dem Aspekt von Freizügigkeit als Ausdruck ihrer Würde Recht und Gerechtigkeit wie Wasser eines nie versiegenden Baches zukommen.