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Radioandacht
"Ik hebb mal nen Hamburger Veermaster sehn" - Mensch, waren das noch Zeiten! Das kommt gerade in diesen Tagen in Bremerhaven wieder voll zur Geltung, wenn die stolzen Segelschiffe zu besichtigen sind. Ich gebe gerne zu, daß der Anblick faszinierend ist. Gefühle werden geweckt: vor dem Wind dahingleiten, die Ruhe auf dem Wasser, eine frische Brise und Kameradschaft. Ja - mag man denken - das waren noch Zeiten mit den Segelschiffen. Da war die Welt noch in Ordnung. Zu schnell wird darüber vergessen, daß damals das Leben an Bord harte Arbeit war. Jedes Stück Holz, jede Planke an Deck und unter Deck mußten ständig gepflegt werden. Jedes Stück Tuch mußte auf die Belastbarkeit hin überprüft werden und und und. Und komfortabel essen und schlafen - kannste vergessen. Geschweige denn bei Sturm! Da hing mancher Seemann in den Seilen. Das ist bis heute so geblieben. Das Leben an Bord ist
hart. Rundum die Uhr, 7 Tage die Woche fährt das Schiff. Immer ist wenigstens Einer da, der Wache hält - ob Montagnacht oder Freitagmittag. Wenn Sie und ich schlafen, sind die Schiffe weltweit mit den Gütern, die wir brauchen, zu uns unterwegs. Die Seeleute sorgen dafür, daß die Schiffe heil in die Häfen kommen. Und wenn sie dann fest gemacht haben, ist jede Hand an Bord nötig zum Laden, Löschen, Instandhalten. Wir von der Seemannsmission wissen das und bedanken uns bei den Seeleuten und heißen sie willkommen als unsere Gäste. Jesus gesagt im Neuen Testament: "Ich bin ein Fremdling gwesen und ihr habt mich beherbergt. Was ihr diesem einen getan habt, das habt ihr mir getan."(Mt 25,35). Es leben und arbeiten auf jedem Schiff Menschen. Sie sind für uns das höchste Gut an Bord. Ob das nun ein stolzes Segelschiff ist oder ein Containerfrachter, ein Kümo oder Binnenschiff. Die Seemannsmission ist für diese Menschen da - weltweit, auch an der Weser zwischen Bremen und Bremerhaven. Freuen Sie sich auf die vielen Schiffe bei der Sail am Wochenende. Sie werden bestimmt auch eine Veermaster entdecken, auch wenn er nicht mehr aus Hamburg kommt.
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