| Votum: Arbeit und Arbeit der DSM | ||||||
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| Ich habe Dienst im Seemannsclub. Dann ein Anruf von einem Schiff, einem Autotransporter. Philippinische Seeleute bitten um eine Abholung in unseren Club. Eigentlich ist es schon viel zu spät. Wir schließen bald. Ich fahre in den Hafen, stoppe vor dem Schiff. Die Seeleute stehen noch mit Öl verschmutzten Overalls da. Sie wollen sich erst noch duschen und umziehen. Ich werde ungeduldig. Warte eine halbe Stunde. Es war auch für mich ein langer Tag. Jetzt bin ich fast sauer. Was für eine Zeitverschwendung. Ich warte noch immer. Dann öffnet ein frisch geduschter Filipino die Wagentür. Ich sage gar nichts. Er lacht mir freundlich ins Gesicht und reicht mir die Hand. Hallo, ich bin Jomo. Danke dass du uns abholst. Das ist das erste Mal seit sieben Monaten, dass ich an Land kann. Ich traue meinen Ohren nicht Wie bitte! Seit sieben Monaten nicht einen Fuß an Land gesetzt? Ja, keine Chance. Sieben Monate keine anderen Menschen gesehen, keine Stadt, keinen Baum, Nichts. Natürlich bringe ich Jomo und seine Kollegen noch in den Seemannsclub. Ich hätte sie egal wohin gebracht an diesem Abend. Doch sie wollten nur ein wenig nach Hause telefonieren, eine Partie Billard spielen, in einer philippinischen Zeitung blättern. Sicher, für mich wurde es spät an diesem Abend. Aber als ich nach Hause kam, schämte ich mich immer noch, wegen meiner Ungeduld oder vielleicht, weil ich meine Familie immer bei mir habe, Natur jeden Tag erleben darf, Tiere streicheln kann, eine frische Zeitung wann immer ich will, Freunde besuchen kann. Im Gegensatz zu Jomo dem philippinischem Seemann vom Autotransporter. Seit über 100 Jahren gibt es die Arbeit der Seemannsmission und sie hat sich den wechselnden Bedingungen in der Seeschifffahrt immer neu angepasst. Eines ist immer gleich geblieben. An Bord der Schiffe leben und arbeiten Menschen und diese Menschen haben Gefühle, Bedürfnisse, Ängste, wie Sie und ich. Das Wichtigste, was wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Seemannsmission den Seeleuten geben können, ist: Wärme, Vertrauen und Menschlichkeit. Wie der Leitsatz der Seemannsmission es ausdrückt: Die Würde der Seeleute unterstützen. Thomas Reinold |
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