Easter 2020

Ecumenical Easter service for seafarers from all over the world.

Whoever wants to celebrate this English service with us is very welcome.
The team from Stella Maris and the Deutsche Seemannsmission in Hamburg (Duckdalben, Seafarers´ Lounge, Seemannspfarramt der Nordkirche) wishes you a Happy Easter. Stay healthy, be protected, God bless you.
 

 

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Von Familien und Freunden getrennt

Seit Wochen schränken wir unsere persönlichen Kontakte ein. Haben meist nur noch Kontakt via Telefon und Internet. Und keiner weiß genau wie lange das noch so gehen wird. Der Schutz unserer Liebsten steht an oberster Stelle, zu mindestens für mich und sicher auch für viele von euch. Viele bedanken sich bei den Personengruppen, die grad alles daransetzten, dass alles weiterläuft. Doch eine Personengruppe wird häufig komplett vergessen. Diese Menschen sorgen dafür, dass die Regale in den Supermärkten wieder gefüllt werden und das wir weiterhin online alle möglichen Dinge bestellen können. Knapp 90 % aller Konsumgüter werden über den Seeweg transportiert und Seeleute sind rund um die Welt auf den Meeren für uns dafür unterwegs. Für sie ist es „normal“ monatelang (nicht nur wochenlang so wie wir) von ihren Familien und Freunden getrennt zu sein. Das Internet ist da schon eine hilfreiche Sache, doch merken wir doch genau zu dieser Zeit, dass nichts den persönlichen Kontakt oder eine herzliche Umarmung ersetzen kann. Ich möchte auch den Seeleuten danken, denn die neuen Regelungen trifft auch sie sehr hart. Die Arbeit geht weiter, doch von Bord gehen dürfen sie während der Liegezeiten in vielen Häfen gar nicht mehr. Auch nach Vertragsende wieder nach Hause zu kommen ist nun erschwert dazugekommen.

In dieser Zeit geht es darum den andern Menschen zu sehen und nicht nur sich. Ich hoffe, dass uns die neuen und ja nur vorübergehenden(!) Regelungen schnell und gut durch diese Pandemie führen werden.

Eure Sarah von der Seemannsmission Cuxhaven
 

 

news dsm care 02

DSM

Deutsche Seemannsmission startet neuen Service für Seeleute:

DSM.Care – Seelsorge Online

Seit dem 7. April 2020 bietet die Deutsche Seemannsmission e.V. (DSM) eine Chat-Plattform für Seeleute an. Unter der Webadresse  https://dsm.care können Seeleute mit hauptamtlichen Mitarbeitenden der DSM in Kontakt treten. Die Seeleute treffen hier mit ihren Anliegen, Sorgen und Nöten auf professionelle Seelsorger, erfahrene Sozialarbeiter und psychosoziale Fachkräfte, die sich mit der besonderen Lebenssituation und der Arbeitswelt von Seeleuten bestens auskennen.

Seemannspastor Matthias Ristau, der das Projekt seit längerem inhaltlich begleitet, sagt: „Mehrere Monate lang arbeiten Seeleute sieben Tage in der Woche auf engstem Raum zusammen. Dazu kommen Schlafmangel, hohes Arbeitsaufkommen und das Leben mit den Naturgewalten, aber auch Erfahrungen mit Piraterie sowie zwischenmenschliche Probleme mit den internationalen Kollegen an Bord – um nur einige der Belastungen, denen Seeleute täglich ausgesetzt sind, zu nennen.“

Seeleute hatten – auch schon vor der Corona-Krise – nicht immer die Möglichkeit, ihr Schiff zu verlassen und damit dem täglichen Stress für ein paar Stunden zu entkommen. „In dieser Situation jetzt schnell ein passendes digital-seelsorgliches Angebot zu schaffen, entspricht unserem Ziel, uns für die Würde der Seeleute einzusetzen“, so Ristau.

Die Plattform DSM.care wurde von einem Team aus der DSM heraus gemeinsam entwickelt und stellt sich damit den Herausforderungen, die durch die sich verändernden Bedingungen der Schifffahrt heute für Seeleute aktuell sind. So wird Seeleuten ermöglicht, per Mausklick oder Smartphone in belastenden Situationen unmittelbar und ortsunabhängig seelsorgliche Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Auch wenn dies den persönlichen Kontakt nicht ersetzt, so sind auch dann, wenn – wie gerade jetzt in der Corona-Krise – keine direkte Begegnung zwischen Seeleuten und Port Chaplains möglich ist, die Mitarbeitenden der Deutschen Seemannsmission als Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen dennoch für Seeleute präsent.
 

 

cuxhaven philipinoDSM Cuxhaven

Chocolate doesn’t ask silly questions. Chocolate understands!

(Autor unbekannt)

Schokolade und Sonnenschein ist der Jackpot in dieser Zeit. Findet zumindest ein philippinischer Seemann eines Autotransporters. Da grad etwas Zeit war hat er kurzerhand seinen Watchmanposten Richtung Sonne verlegt. Als ich ihm dann auch noch Schokolade vorbeibracht hörte das Grinsen auf seinem Gesicht gar nicht auf. Auch auf die Frage, ob ich für die Crew irgendwann einmal Besorgungen machen könnten, hob sich seine Stimmung noch ein wenig mehr. Der Chipsvorrat wird nämlich immer leerer. Also werde ich wohl demnächst eine weitere Bestellung per Mail erhalten. Ich freue mich drauf! Mit Kleinigkeiten den Tag zu versüßen, grade in so einer Zeit, wo es den Seeleuten nicht gestattet ist das Schiff zu verlassen, ist für mich das Highlight des Tages.

Auf dem Weg zurück zum Auto sah ich, dass sich der philippinische Seemann mit der Schoki und einer Zeitung zurück in die Sonne setzte.

Text und Foto: Sarah Herzog
 
 

brake clubDSM Brake

Seemannsmission hilft Besatzungen mit Tabletten oder Telefonkarten

Weltweit sitzen Seeleute wegen Corona an Bord fest - auch in Brake

„Gerade jetzt würden wird gerne mehr helfen.“ Franz Wellerding zuckt mit den Schultern. „Aber es geht nicht.“ Er und seine Kollegen von der Seemannsmission an den Häfen der Unterweser würden den Besatzungen der Holz- oder Getreidefrachter zum Beispiel gerne mehr von dem bieten, was das Motto ihrer Arbeit verspricht: „Home away from home“ zu sein, zu Deutsch: ein Zuhause weit weg von zu Hause.

Doch wegen des Corona-Virus dürfen die Männer ihre Schiffe so gut wie gar nicht mehr verlassen. Landgänge fallen aus. Auch der ökumenische Seamen’s Club im inneren Bereich des Hafens im oldenburgischen Brake musste schließen.
Der „Seamen’s Club“ musste schließen

2005 hatten katholische und evangelische Kirche diesen Club gemeinsam eröffnet. Seeleute können dort abends ein paar Stunden ausspannen, das Notwendigste einkaufen, telefonieren oder mit der Familie in Manila oder Hongkong per Internet Kontakt halten, bis vor kurzem jedenfalls.

Derzeit ist die Angst vor dem Virus dafür zu groß. „Man stellt sich auch besser nicht vor, was es bedeutet, wenn eine Mannschaft infiziert wird“, sagt Franz Wellerding, der für die katholische Seite das Projekt leitet. Wer übernimmt dann die infizierten Crew-Mitglieder? Wer besorgt Ersatz? Wer kümmert sich um das Schiff? Was geschieht mit der Ware?

Gesamten Artikel auf Kirche+Leben Netz lesen (Externer Link)
 
 

lehavre ludwig au revoir

DSM Le Havre

Ein Kollege geht von Bord: "Au Revoir" Michael Ludwig

Am letzten Tag verabschiedet sich Michael Ludwig nach vielen, vielen Jahren Seemannsmission, die letzten 18 in Le Havre (Frankreich) mit einem Zitat von Mark Twain:

Das Leben ist kurz.

Brich die Regeln,
verzeihe schnell,
küsse langsam,
liebe wahrhaftig,
lache hemmungslos
und
bedauere niemals etwas,
das dich zum Lächeln gebracht hat.
 

 

duckdalben besuch an gangwayHafen Hamburg

Corona-Krise trifft Schifffahrt - Hunderttausende Seeleute sitzen fest

Wegen der Corona-Pandemie können weltweit Hunderttausende Seeleute nicht von ihren Schiffen runter. Für die Crews ist das eine schwere Belastungsprobe.

Duschgel, Einwegrasierer, Zahnbürsten - Sören Wichmann packt eine Art Care-Paket. Die Regale im kleinen Shop des Seemannsclub Duckdalben sind noch gut gefüllt. Doch die Anlaufstelle der Deutschen Seemannsmission im Hamburger Hafen ist wegen der Corona-Krise geschlossen. Weil die Seeleute nicht zum Club kommen können, fährt der Sozialarbeiter nun raus zu den Schiffen.

Die Situation für die Besatzungen ist extrem schwierig. Einige seien seit fast einem Jahr auf ihren Schiffen, erzählt Matthias Ristau, Seemannspastor der Nordkirche. "Wer im Homeoffice sitzt, kann sich das vorstellen: Es beginnt stressig zu werden, wenn man nicht weiß, wie lange man noch an Bord bleiben muss."

Gesamten Beitrag des ZDF lesen und ansehen (Externer Link)
Text: Martin Niessen, Foto: ZDF
 
 

bhv freytag mundschutzDSM Bremerhaven

Arbeitsalltag in Corona Zeiten

Text und Fotos: Seemannsdiakonin Christine Freytag, Bremerhaven.

Am Montag, den 23. März stellen wir unsere letzten drei FSJ-ler frei. Wir haben unsere letzte Teambesprechung in leibhaftiger Form, sitzen an separaten Tischen mit zwei Meter Abstand zwischen uns und diskutieren die schon wieder veränderte Lage. Zum dritten Mal innerhalb von 10 Tagen reduzieren wir unsere Aktivitäten: Nun ist der Seemannsclub geschlossen und die Rezeption des Hotels nur noch vormittags von 8°°-12°° geöffnet, die FSJ-ler aller Bereiche sind freigestellt.  Bordbesuche finden auf Anfrage statt. Noch kommen wir in den Hafen. Noch - denn bereits jetzt zeichnet sich ab, dass wir bei einer noch weiteren Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen nicht in den Bereich der systemrelevanten Organisationen fallen werden.

Dienstag, 24. März

Der erste Offizier eines Frachtschiffes, das in Bremerhaven in der Werft liegt, ruft mich an und fragt, ob ich wegen Telefonkarten an Bord kommen könne. Wir kennen uns bereits vom Besuch vergangener Woche. „Damals“ hatte ich auf dem Schiff noch so ziemlich jedes Handy in der Hand, um den Seeleuten ihre Simkarten einzurichten. Jetzt bitte ich ihn, die Wünsche aller an Bord zu einer Bestellung zu sammeln und mir zu übermitteln, so dass ich an Bord nur die Karten übergeben muss: Wir müssen den Kontakt minimieren. Als er wieder anruft, um mir seine Bestellung durchzugeben, fragt er, ob ich auch 13 Flaschen Desinfektionsmittel besorgen könne. Ich muss lachen!

In der Werft: Hochbetrieb! Corona ist irgendwo draußen, hier wird gearbeitet. Die Minimierung des Kontakts zum CO ergibt sich damit von selbst: Sorry, I am busy! Ich übergebe ihm die Karten und bin schon wieder verschwunden.

Auch der Chiefmate eines Containerschiffes hat angerufen. Von ihm habe ich keine Vorbestellung bekommen, er bittet einfach um einen Besuch an Bord. Ich gehe mit Mundschutz an Bord, nicht weil ich glaube, dass das wirklich hilft, aber ich will ein Signal aussenden und erkennbar machen: Haltet Abstand, mehr Abstand als sonst!

Der Mundschutz weht mir auf der Gangway erstmal vor die Augen, das ist blöd. Nach einer Weile habe ich mich an das Ding gewöhnt. Der Koch kommt herein und bietet mir einen Kaffee an. Jetzt erfüllt der Mundschutz bestenfalls noch den Zweck, mein Lachen zu verbergen, eine abschreckende Wirkung hat er offensichtlich nicht!

Der Chiefmate sagt seiner Crew deutlich, dass niemand wisse, wie sich die Lage weiterentwickle und ob beim nächsten Anlauf noch jemand von der Seemannsmission an Bord kommen dürfe, sie sollen auf Vorrat kaufen. Vielleicht muss ich es an dieser Stelle zur Sicherheit noch mal erklären: Die Simkarte, für das Handy bedeutet für die Seeleute, mit ihrer Familie in Kontakt bleiben zu können. In dieser Zeit hat sich der Alltag der Menschen weltweit verändert. Durch die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist auch der Alltag in den Heimatländern der Seeleute anders als sonst. Zudem ist jeder besorgt und möchte wissen, wie es den Lieben zu Hause geht.

bhv securitycheck shipAm Tor des Containerterminals treffe ich einen Lotsen, der auf sein Taxi wartet. Auch die Seeleute des Feeders, den er gerade herein gelotst hat, brauchen Telefonkarten. An Deck ist es windgeschützt, so dass ich die Aufbauten gar nicht betrete und draußen bleibe.

Mittwoch, 25. März

Das tolle bei der Seemannsmission ist ja, dass wir in einem weltumspannenden Netzwerk arbeiten! Ein Kollege hat für heute Vormittag einen virtuellen Konferenzraum organisiert und uns für 10 Uhr zum „Stammtisch“ eingeladen. Da klicke ich jetzt also auf einen Link und dann sehe ich einige meiner Kollegen, angefangen auf der anderen Weserseite in Brake über Alexandria bis nach Hongkong!  Manche sehe mit sehr verzerrten Bewegungen, einige als Standbild und die meisten nur mit Namenskürzel. Da die Tonqualität besser wird, wenn man ganz auf die Bilder verzichtet, wird das auch nach kurzer Zeit so beschlossen. Um Störgeräusche zu vermeiden, schalten dann auch noch alle, die gerade nicht sprechen, ihre Mikros ab.
Da viele Kollegen zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in die Häfen kommen und deshalb an ihren Schreibtischen sitzen, ergibt sich die Gelegenheit zu diesem virtuellen Stammtisch.

Der Moderator fordert einen nach dem anderen auf, aus seiner Situation zu berichten und so kommt es auf einmal sehr nahe, dass das hier wirklich eine globale Krise ist. ALLE berichten von deutlichen Veränderungen im Alltag. So lausche ich meinen Kollegen, während ich die Telefonkarten mit Aktivierungsanleitungen beklebe. Ganz ehrlich: So lange niemand ernsthaft auf die Idee kommt, dieses Instrument als Ersatz für Konferenzen vorzuschlagen, ist das eine feine Sache!

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