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DSM Rostock

Den Wurzeln auf der Spur

Werkstattschüler erforschen Geschichte der Seemannsmission / Weihnachtspäckchen sind gepackt / Dank beim Adventsfrühstück

Im heimischen Hafenrevier ist der Seemannsclub Hollfast ein wichtiger Ankerplatz. 5500 Seeleute steuerten ihn in diesem Jahr wieder an und von den Mitarbeitern der Seemannsmission erfolgten über 2000 Bordbesuche. Und das obwohl dem Team um Seemannsdiakon Folkert Janssen (60) praktisch ein Monat fehlte. Im Februar/März verjüngten Handwerker die Räume auf der Rückseite des Hafenrestaurants, in denen die Seemannsmission inzwischen nahezu zehn Jahre ihren Sitz hat und von hier aus ihre sozial-fürsorgliche Arbeit für die Seeleute leistet. Mobiliar wurde aufgearbeitet, Fußboden erneuert, die gesamte Einrichtung aufgefrischt. Davon konnten sich vergangenen Freitag auch die zum Adventsfrühstück in den Club geladenen Gäste überzeugen mit dem bereits traditionell die Seemannsmission ihren Unterstützern für die gute Zusammenarbeit dankt.
Unter den Gästen waren mit der Lehrerin Beate Behrens und der Schülerin Milla Mann auch zwei Vertreter der Werkstattschule aus der Rostocker Südstadt. Ihnen wurde besonderer Dank der Seemannsmission zuteil: Die Schüler Milla Mann und Friedrich Lemke (zurzeit im Schüleraustausch in lndien) waren in einem Pro jekt den historischen Wurzeln der Deutschen Seemannsmission (DSM) in Rostock auf der Spur. Mit dieser Untersuchung beteiligten sie sich am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema „Gott und die Welt, Religion macht Geschichte“. Ihr Beitrag „Hollfast“ wurde Landessieger und im Schloss Bellevue in Berlin mit einem 3. Preis des Bundespräsidenten geehrt.

Die Werkstattschule kann im nächsten Jahr, wenn die Hansestadt ihr 800-jähriges Stadtjubiläum begeht, auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Seit elf Jahren ist Beate Behrens in dieser Gesamtschule in freier Trägerschaft mit etwa 500 Schülern eine relativ kleine Einrichtung Lehrerin für Deutsch und Geschichte. Sie begleitete die beiden Schüler als Tutor bei ihren Recherchen. Milla Mann und Friedrich Lemke, denen die Seemannsmission bis dahin wenig sagte, machten sich im Stadtarchiv und in Gesprächen im Seemannsclub, insbesondere mit der Diakonin Dorothea Flake mit der Geschichte und den aktuellen Aufgaben des Clubs vertraut. In diesem findet der Seemann aus der Ferne auch ein Stück Zuhause, Ruhepol und Fürsorge. Die Recherchen führten die Schüler zurück auf den 1844 in Rostock geborenen Kaufmannssohn Friedrich Martin Elias Harms, den es damals nach England verschlagen hatte und der dort als Pastor für Seeleute willkommene Anlaufpunkte schuf. Sein unermüdliches Schaffen inspirierte seinerzeit auch die Evangelisch Lutherische Konferenz, die 1885 von Rostock aus einen wesentlichen Anstoß zum Aufbau der Deutschen Seemannsmission gab. In der Nikolaikirche, in der Harms 1858 konfirmiert worden war, erinnert eine Gedenktafel an den Gründungsvater. Und das an einer Stätte, in der am 31. Januar 1991 dann auch die Geburtsstunde der Deutschen Seemannsmission Rostock schlug. Bernd Röll, der 2. Vorsitzende der DSM Rostock, und der Leiter des Clubs Hollfast, Folkert Janssen, dankten den Schülern für ihre Arbeit. Mit einem Knotenbrett und einer Fahrt mit dem Hafenkapitän durch das Rostocker Hafenrevier können sie die Welt der Seeleute nun noch weiter entdecken. Milla Mann hat als Schülerin der 11. Klasse bereits das Abitur im Blick. Ihre besonderen Interessen sind Soziologie und Politikwissenschaften. Ihr Fernziel ist aus heutiger Sicht, sich in Hilfsorganisationen, in die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) einzubringen um humanitäre Hilfe zu leisten." Den Kontakt zur Seemannsmission möchte sie gerne erhalten und festigen. Hier laufen gegenwärtig die Vorkehrungen für Weihnachten. 400 Päckchen wurden wieder gepackt und gehen mit den Schiffen von Rostock auf weltweite Fahrt beziehungsweise bescheren die Seeleute bei der Weihnachtsfeier, zu der sie Heiligabend um 19 Uhr in den Club im Hafen geladen sind. Weihnachtsbäume von Grönfingers sollten bereits am Nikolaustag auf die Schiffe verteilt werden, was des Wetters wegen zunächst ausfallen musste. Folkert Janssen hat sein Nikolaus-Kostüm aber noch behalten und diese Art Bescherung nur vertagen müssen. Sein Team - das sind aktuell Dorothea Flake, Regina Qualmann, Rolf Spannaus und Ulrich Hein - bekam im Oktober Verstärkung: Lukas Evers versieht seitdem hierengagiert seinen Bundesfreiwilligendienst.

Der Blick des Teams ist auch schon auf die bevorstehende Kreuzfahrtsaison gerichtet, in der über 200 Schiffsanläufe erwartet werden. Zur Betreuung der Seeleute wird die DSM Rostock auch in Warnemünde wieder präsent sein. Zunächst weiter im Provisorium am Fähranleger, künftig dann -davon geht Folkert Janssen aus - integriert im neuen Terminalgebäude, dessen Bau voraussichtlich im Herbst 2018 beginnt. 

Text: Reiner Frank
 

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