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Seefahrt und Corona
@TheSecretCapt

Ich bin weinend aufgewacht, weil alles hoffnungslos ist

Ein anonymer Schiffskapitän schreibt über die erschütternde Realität, die sich hinter der Phrase "Crewwechsel-Krise" verbirgt, während seine erschöpfte Besatzung auf die Heimreise wartet

Ich bin Kapitän eines großen Tankers, das im Nahen Osten operiert, und ich stehe an der Belastungsgrenze. Ich bin erst seit wenigen Wochen an Bord meines Schiffes, aber einige meiner Besatzungsmitglieder nähern sich einem Jahr. Einigen von ihnen steht ein zweites Weihnachtsfest fernab von ihren Lieben bevor, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Ich habe in den Medien in letzter Zeit mehr Berichterstattung über die "Krise des Besatzungswechsels" bemerkt, die längst überfällig ist. Ich freue mich, dass endlich ein Blick auf diese schreckliche Situation geworfen wird.

Aber während die meisten Artikel über die schiere Zahl der betroffenen Seeleute sprechen - 400.000 bei der letzten Zählung - haben sich nur wenige darauf konzentriert, was sie für diejenigen von uns bedeutet, die täglich mit ihr zu tun haben.

news hinter drahtHinter Gittern? Das Land sehen und nicht Heim zu können. Sechzehn Mitglieder meiner Crew haben ihre Vertragszeit überschritten, und trotz meiner besten Bemühungen kann ich nichts tun, um sie durch eine neue Besatzung abzulösen.

Das Schlimmste ist, dass ich ihnen nicht einmal eine Vorstellung davon geben kann, wann sie nach Hause zurückkehren können.

Seeleute neigen dazu, ein zäher Haufen zu sein. Wir sind es gewohnt, mit Schwierigkeiten umzugehen, und wir alle waren schon in Situationen, in denen die Dinge nicht nach Plan verliefen. Aber das ist jetzt anders, weil es nicht mehr nur vorübergehend ist. Es gibt keine Hoffnung mehr und kein Licht am Ende des Tunnels.

Tagtäglich arbeite ich mit einer erschöpften Crew, von der einige einen enormen Schaden an ihrer psychischen Gesundheit erleiden. Ich gebe ihnen so viel Ruhe, wie ich kann, und ich verbringe so viel Zeit wie möglich damit, mit ihnen zu reden, aber das reicht nicht aus, denn ich kann ihnen nicht das geben, was sie wollen - ihr Zuhause und ihre Familie.

In den Wochen, seit ich wieder an Bord bin, habe ich nicht gezählt, wie oft ich in meiner Kabine gesessen und verzweifelte Männer getröstet habe, die in Tränen aufgelöst waren.

Als Kapitän muss ich für alle stark bleiben und sie unterstützen, aber es gab Zeiten, in denen ich weinend aufgewacht bin, weil alles so hoffnungslos erschien.

Dafür habe ich nicht angemustert. Keiner von uns hat es getan.

Man hört von anderen Unternehmen, die es geschafft haben, die gesamte Besatzung zu wechseln, einige chartern Flugzeuge, um Flüge nach Hause zu buchen. Aber unsere Firma sagt uns, dass sie keine neuen Besatzungsmitglieder für das Schiff finden kann. Sie sagt, niemand will wieder an Bord kommen, weil sie nicht wissen, wann sie wieder nach Hause kommen können.

Es ist schwer zu glauben, dass dies wirklich der Fall ist, denn für jedes Besatzungsmitglied, das an Bord festsitzt, gibt es ein anderes zu Hause, das in Not gerät, weil es keine Arbeit findet.

Tief im Inneren wissen wir alle, dass wir, wenn wir eine Priorität (oder sogar ein Anliegen) wären, das Ganze innerhalb von Wochen auf den Weg bringen und die Branche zu einer Art von Normalität zurückführen könnten.

Aber die Wahrheit ist, dass wir wenig zählen, und die Arbeitgeber machen große Gewinne, wenn sie die Besatzung an Bord behalten. Das Wohlergehen der Seeleute ist entbehrlich, denn etwas dagegen zu unternehmen, würde sie Geld kosten.

Nach Monaten an Bord mit einem Schichtmuster, das mit Blick auf lange Ruhezeiten konzipiert wurde, sind alle extrem müde. Selbst wenn sie sich körperlich genug ausruhen können, ist es sicher unmöglich, sich unter diesen Bedingungen geistig aufzuladen.

Ich mache mir ständig Sorgen über Unfälle, weil sich die Besatzung nicht immer voll auf das konzentrieren kann, was sie gerade tut.

Früher oder später befürchte ich, dass auf diesem Schiff oder auf einem der Tausenden von anderen, die sich in der gleichen Lage befinden, etwas Schlimmes passieren wird.

Sollte dies der Fall sein, seien Sie nicht überrascht, wenn Schiffseigner und Flaggenstaaten ihre Hände wieder in Unschuld waschen und einen Weg finden, die Schuld auf die Besatzung zu schieben.

Erheben Sie also bitte weiterhin Ihre Stimme und fordern Sie ein Ende der Crewwechsel-Krise. Und denken Sie dabei bitte auch an diejenigen von uns, die täglich mit dieser schrecklichen Situation zu tun haben.

Der Autor, der auf Twitter als The Secret Captain (@TheSecretCapt) bekannt ist,
hat darum gebeten, anonym zu bleiben.
TradeWinds hat überprüft, dass er ein Tanker-Kapitän auf See ist.

Text entnommen aus tradewindsnews.com und übersetzt durch deepl.com
  
 
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wilhelmshaven grande portogalloDSM Wilhelmshaven

Seemannsmission beim erstmaligen Anlaufen der Grande Portogallo am Mosolf Autoterminal Wilhelmshaven dabei

Am Wochenende lief zum ersten Mal der Grimaldi Autotransporter “Grande Portogallo” im MOSOLF Autoterminal Wilhelmshaven am Lüneburg Kai ein. Als Vertreter der Wilhelmshavener Seemannsmission war Vorsitzender Wilfrid Adam gemeinsam mit dem DSM Mitglied Konsul a.D. Detthold Aden am Schiff. 

Adam übergab an der Gangway, immer unter Beachtung der Hygienebestimmungen, für den Kapitän eine “Wilhelmshaven-Begrüßungsmappe” mit einem persönlichen Anschreiben des Oberbürgermeisters Carsten Feist, sowie wichtigen Informationen über Wilhelmshaven und einem Wimpel für die Messe des Schiffes.

Mosolf Niederlassungsleiterin Inke Onnen-Lübben übergab für den Kapitän ein “Wilhelmshaven-Wappen” mit Gravur des Datums für den erstmaligen Besuch.

Sehr erfreut waren die Besatzungsmitglieder über das große “’Willkommens-Paket” der Seemannsmission mit vielen Süßigkeiten und Artikeln für den täglichen Bedarf. Wilfrid Adam führte für die Seemannsmission auch Gespräche mit Vertretern der Besatzung, die aus Italien, Rumänien und den Philippinen kamen. Gemeinsam bedauerte man, dass es unter den gelten Bestimmungen nicht möglich sei, Seeleute zu Einkäufen und zum Kennenlernen der Stadt zu begleiten, aber Sicherheit und Gesundheit müsse jetzt im Vordergrund stehen und so blieb die Crew an Bord. Es hoffen nun alle auf ein Wiedersehen im Seehafen Wilhelmshaven und auf einen Besuch im “Haus der Seemannsmission” unter besseren Bedingungen ohne Corona.

Foto: Schiffsbesucher, Offizielle und Seeleute
  
 
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news uli schulteDSM e.V.

Persönliche Erinnerungen an Uli Schulte   

Uli Schulte war für mich einer der Kollegen, dem nicht daran lag, sich nach außen zu profilieren, sondern der sich entschieden und unentwegt für das Wohl der Seeleute engagierte, ohne davon groß Aufhebens zu machen. Dieses zeigte sich beispielhaft in seiner Tätigkeit im Europoort in Rotterdam, wo er keine langen Fahrten scheute, um Seeleuten behilflich zu sein, sie zu besuchen oder ihnen etwas zu besorgen, kurzum: ihnen das Leben auf dem Schiff zu erleichtern. Er tat dieses in symbiotischer Zusammenarbeit mit seiner Frau Irma, wobei sie eine Besonderheit auszeichneten: sie waren das erste Ehepaar, das Jobsharing in der DSM praktizierte.

Seine Hingabe für Seeleute erwies sich auch in seiner Arbeit als mitfahrender Seemannspastor, eine Aufgabe, von der er überzeugt war und die er als zukunftsträchtig ansah. Zugute kam ihm bei allen seinen Aktivitäten sein ungekünsteltes Zugehen auf Menschen - er suchte und kam mit jedem ins Gespräch. Für lange Jahre war Uli der erste Ansprechpartner für unsere Praktikanten und Praktikantinnen.

Von diesen Charaktereigenschaften profitierte nicht nur die Seemannsmission, sondern auch die Deutsche Gemeinde in Rotterdam: Uli war immer ein nicht wegzudenkender Teil der Kirche, ob als Mitglied des Vorstandes oder bei seiner tatkräftigen Hilfe anlässlich von Basaren. Die starke und vertrauensvolle Verbindung Seemannsmission - Kirche ist auch ein großer Verdienst von ihm! Back- und Kochkunst, die sein erster Beruf war, sein profundes Autowissen und seine organisatorischen Fähigkeiten waren stets eine große Hilfe.

Und noch eines wird mir in Erinnerung bleiben: seine Leidenschaft für den Schriftsteller Hans-Dieter Hüsch. Oftmals las er Sätze aus seiner Dichtkunst in unseren Dienstbesprechungen vor und so möchte ich mit einem Zitat von ihm schließen

Ich bin überzeugt, ich werde erwartet.

Für mich heißt Erlösung das Bewusstsein,

am Ende in die Arme genommen zu werden.

Michael Ludwig
  
 
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DSM e.V.trauerkerzen

Wir trauern um Seemannsdiakon Ulrich Schulte †

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.
Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden,
bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Psalm 90,1f.


In der vergangenen Nacht ist unser langjähriger Mitarbeiter Ulrich Schulte im Alter von 68 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.

Ulrich Schulte und seine Frau Irma begannen ihren Dienst bei der Deutschen Seemannsmission 1987 in Antwerpen. 1991 wechselten sie in die Station Rotterdam und leiteten seit 2007 bis in den Sommer 2020 hinein die Station Middlesbrough. Im August sind Irma und Uli aus Middelsbrough nach Deutschland zurückgekehrt, um in Kaarst in der Nähe ihrer Familie ihren wohl verdienten Ruhestand zu verleben.

Unsere Gedanken und Gebete sind in diesen schweren Tagen bei Irma und ihren beiden Kindern und Familien. Möge der Gott allen Trostes bei ihnen sein und sie durch diese Tage des Abschiednehmens begleiten.  

 
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altona aussichtDSM Altona

Übernachtung mit Hafenkino: Im Seemannshotel in Hamburg

In Hamburg können Reisende dort übernachten, wo sonst nur raue Seeleute unterkommen - im Haus der Seemansmission.

Ein voll aufgetakeltes Segelschiff auf dem Unterarm, kleinere Tattoos wie Kompass und Anker etwas versteckter, dazu Vollbart und Fischerhemd – das Outfit von Fiete Sturm würde jedem Seemann zur Ehre gereichen.

dsm altona haus

Der 38-Jährige spielt bewusst mit dem Klischee. Sturm ist Diakon, seit 2015 leitet er das Haus der Deutschen Seemannsmission am Holzhafen in Hamburg-Altona.

Gesamten Artikel auf nrz.de lesen
Ergänzung: Weitere Seemannshotels, die touristische Gäste aufnehmen, befinden sich in Bremerhaven, Amsterdam, New York, Douala. Mehr zu diesen Häusern finden Sie unter "In diesen Häfen" oberhalb auf dieser Seite.
 
 
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altona kiribati coronaDSM Altona

Seemannsmission im Corona-Stress

Nach Monaten auf See dürfen die Seeleute wieder an Land. Doch die Ungewissheit ist groß: wann geht es überhaupt wieder aufs Schiff  - und ob sie in diesem Jahre nach Hause dürfen, steht in den Sternen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Seemannsmission haben im Moment alle Hände voll zu tun. Denn dürfen die Seefahrerinnen und Seefahrer runter vom Schiff, haben sie oft nur ein kurzes Visum, dann wird der Flug storniert, weil zu wenige in Corona-Zeiten fliegen und schon ist das Visum abgelaufen. Die Seemannsmission muss im Moment Probleme regeln, die ihre üblichen Aufgaben übersteigen. Die Lage wird wieder schlimmer und die Angst vieler Seeleute: Wir schaffen es nicht bis zur Adventszeit oder Weihnachten nach Hause zu kommen.

Beitrag lesen und Video ansehen (ab Minute 11:15)
 
 
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bremen deppeDSM Bremen

Wie sich die Seemannsmission Bremen um festsitzende Seeleute kümmert

Viele Seeleute dürfen wegen Corona in den Häfen nicht von Bord gehen. Was das für die Seemänner und die Arbeit der Seemannsmission bedeutet, hat uns Diakon Magnus Deppe, Leiter der Bremer Einrichtung, erzählt.

eden und Zuhören ist Deppes Geschäft. Seit ein paar Monaten mehr denn je. Corona sorgt seit Jahresbeginn dafür, dass vieles nicht mehr so ist, wie es sonst immer war. Normalerweise wäre im Seemannsclub deutlich mehr los an einem solchen Nachmittag.

Gesamten Artikel auf weser-kurier.de lesen
Text: Marc Hagedorn, Foto: Christina Kuhaupt
 
 

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