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rotterdam ijfd 21 1Tu Deinen Mund auf für die Stummen!

Freiwillige werden eine Stimme für Seeleute

Wozu die biblischen Sprüche auffordern (Sprüche 31,8), kann in einem Freiwilligen Jahr auf bunte Weise praktisch werden. Anna und Antonia haben ihr Jahr in Rotterdam nicht nur genutzt, um Bordbesuche zu machen und konkrete Hilfestellungen zu bieten. Mit viel Engagement – und noch verstärkt in den Durststrecken der Pandemie-Beschränkungen – entwickelten sie über ihre Arbeit im Hafen hinaus viele Ideen, um vom Leben und Arbeiten der Seeleute anderen Menschen weiterzusagen.

rotterdam ijfd 21 2Die Präsenz der Rotterdamer Seemannsmission in den Social Media haben die beiden Freiwilligen seit Oktober 2020 gestaltet. Sie umfasst auf Facebook den englischsprachigen Kontakt für Seeleute. Auf Instagram gibt es seitdem wöchentlich deutschsprachige Beiträge für alle, die sich für das Wohl der Seeleute interessieren, inzwischen deutlich über 200 Abonnent*innen: seemannsmission_rotterdam.

Gleich drei Video-Beiträge haben Anna und Antonia in der gleichen Zeit in unterschiedlichen Formaten eingestellt. So beteiligten sie sich am Ökumenischen Adventskalender der Gemeinden in Den Haag und zeigten am 19. Dezember 2020, was ein Tag im Hafen bedeuten und wie er aussehen kann: www. oecumenedenhaag.nl. Erst vor kurzem kam ein Gruß und gute Wünsche zum „Day of the Seafarer“ am 25. Juni 2021 dazu. Und ganz frisch ist ein Videobeitrag für das Maritiem Museum Rotterdam fertig geworden, der auf der Basis ihrer eigenen Recherchen von November bis Januar im Hafen zustande kam. Darin geht es über den Alltag in der Seefahrt hinaus um die Perspektiven und Erfahrungen der Seeleute in Corona-Zeiten. Dieses Video ist Teil der Ausstellung, die ab 10. Juli 2021 in diesem zentralen Museum des größten Hafens Europas gezeigt wird, und hier im Internet zu finden: https://www.maritiemmuseum.nl/tentoonstellingen/coronaverhalen

Ein Rundfunkbeitrag entstand als podcast für den Radio-Adventskalender auf kr55 Oldenburg, der im Dezember 2020 fragte, wie Seeleute eigentlich ihre Weihnachtstage an Bord weit weg von Zuhause verbringen. Ein weiterer Radiobeitrag wird in Interviews ein wenig Bilanz über das Freiwilligenjahr ziehen und beim Abschluss-Seminar im August 2021 aufgenommen.

Lebendige Info-Nachmittage gestalteten Anna und Antonia für Jugendliche im Sommer. Eine Jugendgruppe der ekklesia-Gemeinde aus Leiden erfuhr auf der Maasvlakte viel über Hafen, Alltag der Seeleute und Arbeit der Freiwilligen. Eine 10. Klasse der Deutschen Internationalen Schule in Den Haag dachte zusätzlich über die Aufgabe der Kirche in diesem Umfeld nach. Fragen des Welthandels, Erlebnisse in der Begegnung und ein kleines Quiz wurden an diesen Nachmittagen in einer Mischung aus Neugier und Erstaunen aufgenommen.

Drei Text-Beiträge zählen zu diesem Freiwilligenjahr, das so stark durch Öffentlichkeitsarbeit geprägt wurde. Für das Andachtsheft „festmachen“ der Seemannsmission schrieben die beiden Freiwilligen die Meditation für den Oktober 2021 (S.25). Für das Jahresmagazin „Lass fallen Anker 2021 – we are one““ wurde es ein Bericht über eine der Schiffs-Crews unter der Überschrift „Teamgeist schießt Tore“ (S.9).

Aktuell in Arbeit ist noch eine Broschüre, die Einblicke in die Geschichte der Seemannsmission in Rotterdam geben wird. Für über „60 Kalenderblätter aus den ersten 100 Jahren“ haben Anna und Antonia alte Dokumente im Archiv sortiert, in Inhaltsverzeichnissen registriert und die Schlussredaktion übernommen. Das Heft wird zum Abschluss ihres Freiwilligenjahres im August 2021 bei uns erhältlich sein.

So wurde dieses Freiwilligenjahr – live genauso wie in Bild und Ton und Text – zu einem Jahr mit zwei Botschafterinnen. Ihre Gesichter und Stimmen, Gesten und Worte haben intensiv und öffentlich wahrnehmbar geworben für das Wohlergehen der Seeleute und für die Arbeit der Seemannsmission.

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Jan Janssen, Rotterdam, 07.07.2021/ Fotos: privat
 
 
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Das neue Rotterdam und die alten Römer

02.06.2021

Wie biblische Recherche zu aktuellen Fundstücken führen kann

Für das Jahresmagazin „Lass fallen Anker“ 2021 war ein Artikel über die Häfen der Bibel zu schreiben. Natürlich braucht ein Text passende Fotos. Aber wie sollten wir in diesem Fall vorgehen? Bilder von Ausgrabungen der biblischen Stätten würden nur deren leblose Überreste zeigen. Und moderne Fotos der heutigen Orte wären weit weg von dem, was die Bibel über das Geschehen in den Häfen erzählt.

Die Suche ließ uns neben vielem anderen das Museum für antike Schifffahrt in Mainz entdecken. Bis dorthin nämlich waren die alten Römer mit ihren Binnenschiffen gekommen. Und das Museum bietet interessante Modelle, die anhand der dortigen Ausgrabungen nachgebaut wurden (https://web.rgzm.de/museen/museum-fuer-antike-schifffahrt-mainz/). Seine freundlichen Mitarbeitenden gaben guten Rat.

Die Recherchen gingen weiter. Die Kopie eines Sarkophags aus der Römerzeit, der im Original in Kopenhagen gezeigt wird, machte neugierig. Denn sein Relief von römischen Frachtschiffen zeigt immerhin Zeitgenossen der biblischen Seefahrt. Das führte zu einem überraschenden Fundstück in der niederländischen Provinz Zeeland und zu einem gemeinsamen Besuch in dem Dorf Colijnsplaat.

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Keine Autostunde südlich von Rotterdam befand sich in dem kleinen Fischerei- und Jachthafen Colijnsplaat vor 2000 Jahren in römischer Zeit schon ein Handelshafen. In den 1970er Jahren fand man Altarsteine, die eine Göttin um Schutz auf den Seereisen baten und für sichere Heimkehr dankten. Die Frachtschiffe mit ihrem charakteristischen Spritsegel fuhren schon damals Linie nach Großbritannien und zurück. Inzwischen ist dort ein kleiner antiker Tempel nachgebaut worden – zur Erinnerung an die himmlische Hilfe und Huldigung.
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Doch die Initiative des Bootsbauers und Künstlers Ludo van Well (Foto links) geht noch weiter. Er baut das römische Frachtschiff auf dem Sarkophag nun nach, damit es im heutigen Hafen an die damalige Seefahrt erinnert. Schließlich folgen die modernen Containerschiffe, die täglich von Rotterdam nach Großbritannien auslaufen, damit einer uralten Route und Tradition europäischer Handelswege. Ein Besuch in Colijnsplaat lohnt sich nicht nur landschaftlich und wegen des leckeren Fischs im Hafen. In der Werkstatt von Ludo van Well und im Laden von Dimp Nelemans gibt es spannende Einblicke in die Geschichte – in frühe Formen der modernen Containerschifffahrt und der Arbeit der Seemannsmission.

Und nicht zuletzt den Bastelbogen eines schönen Papiermodells der „Caudicaria“! (https://www.maritime-art-design.nl/)

Foto oben links: Original: Ny Carlsberg Glyptothek, Kopenhagen/ DK; Kopie: Römisch-Germanisches Zentralmuseum/ Mainz/ R. Müller, V. Iserhardt. Andere Fotos: Jan Janssen
 
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Mit dem ´Schifferklavier‘ und neuen Liedern…

 29.05.2020
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Wir bieten hier unten sechs neue Liedtexte und die dazugehörigen Melodien an – zum Mitsingen, Nachlesen, Sprechen und Beten – oder auch zum Download.

Zwischen März und Mai 2020 sind in Rotterdam ein paar neue Lieder entstanden, die in dieser begegnungsarmen Zeit ein Zeichen der Verbundenheit ausgesandt haben – auch mit Seeleuten in aller Welt. Die Liedtexte und Übersetzungen stammen alle von Seemannspastor Jan Janssen. Und die Musik ist von Mareike Ziegler, die schon einige Gottesdienste der Seemannsmission mitgestalten konnte, und nun die Melodien mit ihrem Akkordeon als Tonaufnahmen für uns eingespielt hat.
rotterdam ohne furcht
Bild links: Mareike Ziegler, weiteres von
ihr gibt es unter www.bilderlieder.com
Bild rechts: Claudia Vesterling und Jan Janssen am 17.5.2020 (Rogate) in Den Haag
Wir freuen uns, wenn Sie bei Weiterverwendung die Autor*innen-Angaben deutlich machen und uns ein Belegexemplar und / oder eine kurze Rückmeldung zukommen lassen!
  Gebed voor velen. Behoed toch allen, Heer, U kent hun namen
Text: (NL) Jan Janssen 2020; Melodie: Otto Abeln 1959
 
    Übersetzung zu: Gebet für viele. Behüte, Herr, die ich dir anbefehle (D: Lothar Zenett  
    pdf icon Text
 
  Du, Vater, ewig starker Halt
Text: (D) Jan Janssen 2020; Melodie: John Bacchus Dykes 1860
 
    Übersetzung zu: Eternal Father, strong to save (GB: William Whiting 1860)
bzw.: O eeuw'ge Vader, sterk in macht (NL: Johannes Riemens/ Willem Barnard)
 
    pdf icon Text
 
  Wenn Menschen so allein sein müssen
Text: (D) Jan Janssen, 2020; Melodie: Georg Neumark 1657
 
    („Wer nur den lieben Gott lässt walten“, Ev. Gesangbuch Nr. 369)  
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  Ohne Furcht. Was treiben wir morgen?
Text: (D) Jan Janssen 2020; Melodie: nach einem Volkslied aus Thüringen um 1800
 
    Satz: Uwe Mahnken 2002  
    pdf icon Text
 
  Van verre. Ook weer vandaag zo‘n zware zee!
Text: (NL) Jan Janssen 2020; Melodie: Andreas Lettau, 2008
 
    Übersetzung zu: Von weitem. Heute mal wieder schwere See! (D: Jan Janssen 2008)  
    pdf icon Text
 
  Nun will der Glaube tragen
Text: (D) Jan Janssen 2020; Melodie: Volkslied
 
    („Nun will der Lenz uns grüßen“)  
    pdf icon Text
 
 
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Wird an Bord gebetet? Und was braucht es dazu?

Ab Sonntag, 17. Mai 2020, 10.30 Uhr, gibt es eine Video-Andacht zum Sonntag Rogate zu sehen, zu hören und mitzufeiern - aus den Niederlanden in deutscher Sprache. Sie wird in Zusammenarbeit der Deutschen Gemeinde Den Haag und der Seemannsmission Rotterdam gestaltet von Pfarrer Thomas Vesterling und Seemannspastor Jan Janssen, gemeinsam mit Claudia Vesterling, Gesang, und Johannes Wolf, Lesung. Im Fokus stehen biblische Anregungen zum Gebet, ein Gedankenaustausch und neue Lieder.

Die gemeinsame Video-Andacht finden Sie hier:

rotterdam schiff auf see

 
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    21.04.2020

From a distance –
you are in our hearts!

Der Frühling strahlt, als gäbe es überhaupt keine dunklen Wolken. Und der Rotterdamer Hafen scheint zu brummen, als sei gar nichts passiert. Erst unmittelbar am Schiff angekommen ist zu spüren, dass irgendetwas anders ist. Näher heran als bis zur Gangway geht in Zeiten der Virus-Krise nicht. In den Terminals des Rotterdamer Hafens sind keine Bordbesuche erlaubt – und noch bis auf weiteres wird das so sein.
 
Das trifft die Seeleute, die ihren Alltag sowieso schon in großer Isolation erleben, besonders hart. Oft sind die Begegnungen z.B. mit den Freiwilligen der Seemannsmission die einzige Gelegenheit für etwas Austausch über den Horizont ihrer Arbeit und über die Reling ihres Schiffes hinaus. Nicht nur, um Telefonkarten, Zeitungen und kleine Besorgungen zu erhalten. An Landgang ist nicht mal zu denken. Ja, der Hafen funktioniert – was das Lotsen, Löschen und Laden betrifft. Dank der Menschen, die dort für unsere Versorgung weiterarbeiten.

  rotterdam gangway
rotterdam janssen  

Aber wie steht es um ihr alltägliches Leben dort? Sorge und Ungewissheit machen mächtig Druck auf‘s Hirn – und im Herzen. Zumal zuhause für ihre Familien und Freunde kein solches Gesundheitssystem wie in Mitteleuropa da ist. Gut, wenn manche Crewmitglieder untereinander aufmerksam sind oder für entspannende Augenblicke im Miteinander der Crew gesorgt werden kann. Aber oft sind nicht einmal ihre geringen Freizeitmöglichkeiten an Bord aufgrund der auch dort geltenden Abstandsregeln möglich. Die Frage, wie es mit ihren Verträgen und mit den wirtschaftlichen Bedingungen weitergeht, drückt außerdem heftig auf die Stimmung.

Wenigstens für einen kurzen Talk von der Kade aus über die Gangway hinweg schaut Seemannspastor Jan Janssen hier im April vorbei. Und wieder ist die Freude groß, ganz gleich wie klein das Zeichen des Aneinander-Denkens ist. Vielleicht nur von weitem – und doch: Ihr seid in unseren Herzen! „Blessings to you!“

     
 

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